logo
Prader-Willi-Syndrom Vereinigung
Deutschland e.V.
spenden

Das Kompetenzzentrum für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom des Geschäftsfelds ‚Leben mit Behinderung‘ der Stiftung kreuznacher diakonie

Das Kompetenzzentrum für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom (PWS) in Bad Sobernheim besteht seit Ende 2011 und gehört innerhalb des  Geschäftsfeldes „Leben mit Behinderung“ (LmB) dem Bereich Wohnen und ambulante Assistenz der Stiftung kreuznacher diakonie an. . Es ist derzeit landesweit die einzige Anlaufstelle für Menschen mit PWS und deren Familien hinsichtlich Wohnangebot und ambulanter Beratung. Das Zentrum besteht aus einer PWS-Wohngruppe im Obergeschoss und einem PWS-Beratungszentrum im Erdgeschoss. Eine weitere PWS-Wohngruppe mit 8 stationären und 3 Kurzzeitwohnplätzen ist derzeit in Planung.

Das PWS-Kompetenzzentrum am Rande der Stadt Bad Sobernheim (Kreis Bad Kreuznach) liegt in einer reizvollen ländlichen Umgebung auf dem Hüttenberg. Dort befinden sich weitere Wohnangebote der des Geschäftsfeldes LmB der Stiftung kreuznacher diakonie für Menschen mit geistigen Behinderungen.

Die Wohngruppe des PWS-Kompetenzzentrums ist für acht erwachsene Menschen (Frauen und Männer) mit dem Prader-Willi-Syndrom konzipiert.

Räumlichkeiten:
Zum Wohnangebot gehören acht Einzelzimmer, jeweils mit eigenem Bad/WC und eigener Terrasse. Die Zimmer können von den BewohnerInnen selbst eingerichtet werden. Zudem stehen ein Wohnesszimmer und ein gemeinsamer Garten zur Verfügung. Die Küche und der daran angrenzende Vorratsraum sind für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht frei zugänglich, sondern nur in Begleitung eines Betreuers. Im Erdgeschoss der Wohngruppe befindet sich ein kleiner Fitnessraum, der von den Bewohnerinnen und Bewohnern regelmäßig genutzt wird.

Betreuung:
Die Organisation der Wohngruppe und die Betreuung sind den speziellen Bedürfnissen von Menschen mit PWS angepasst: 

  • umfassende Tagesstrukturierung
  • Essens-, Bewegungs- und individuelles Verhaltensmanagement.

Individuelle Betreuung, Unterstützung sowie individuelle Förderung der Selbstständigkeit stehen hier im Vordergrund. Dabei verfolgen die Mitarbeiter das Leitbild „Hilfe so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Eingeleitet wird dies durch die Festlegung individueller Maßnahmen in einem Maßnahmeplan zusammen mit der Psychologin des PWS-Beratungszentrums im Team. Das Betreuungs- und Unterstützungskonzept ist so ausgerichtet, dass es Menschen mit dem PWS eine weitestgehende Teilhabe am Leben und in der Gemeinschaft gewährleistet.

Medizinisch/therapeutische Maßnahmen:
Der Gesundheitszustand der Bewohner ist ein Schwerpunkt der Betreuung und wird regelmäßig ärztlich überprüft. Individuell werden medizinische und therapeutische Maßnahmen eingeleitet, beispielsweise Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und andere. Diese Maßnahmen werden teilweise auch am Arbeitsplatz durchgeführt. Zudem nehmen die Fachkräfte der Wohngruppe bei Bedarf Kontakt zu weiteren Fachärzten auf.

Ernährungsmanagement:
Durch feste Mahlzeiten wird den Bewohnerinnen und Bewohnern Ernährungssicherheit geboten. Damit reduziert sich eine Stressquelle, die sonst aus Ängsten entsteht, nicht regelmäßig etwas zu Essen zu bekommen. Insgesamt gibt es drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten (ZM). Die niedrigkalorischen ZM dienen dazu, die Abstände zwischen den Hauptmahlzeiten zu verkürzen. Die Bewohnerinnen und Bewohner dürfen zusammen mit den Mitarbeitenden wöchentlich innerhalb eines festgelegten Nahrungsangebots für jeden Tag der Woche etwas aussuchen. Das PWS-spezifische Mittagessen wird von der Küche festgelegt und werktags in der Werkstatt ausgegeben.  Das Team steht zudem regelmäßig mit einer Ernährungsberaterin in Kontakt, damit eine ausgewogene Ernährung innerhalb der reduzierten Kalorienmenge gewährleistet ist.

Bewegungsmanagement:
Jeden Abend wird ein Bewegungsprogramm durchgeführt. Beispiele sind Spazierengehen, Walken, angeleitetes Training im hauseigenen Fitnessraum, Schwimmen, regelmäßige Hundespaziergänge, individuell auch Reiten und saisonale sportliche Aktivitäten. Zusammen mit dem Ernährungsmanagement ist das übergeordnete Ziel der Mitarbeitenden, die Körperzusammensetzung der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern Abbau von Fettgewebe und Aufbau des Muskelgewebes (aufgrund der Muskelhypotonie).

Freizeit:
An den Wochenenden und in den Werkstattferien werden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern regelmäßig,  je nach Jahreszeit und vorhandenem Angebot, verschiedene Ausflüge unternommen.

Arbeit und Beschäftigung:
Ein wichtiger Baustein innerhalb der umfassenden Betreuung der Bewohner und Bewohnerinnen ist die Schaffung eines zweiten Lebensbereiches außerhalb der Wohngruppe. Dadurch wird der Anspruch auf Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit PWS geachtet und umgesetzt. Die Wohngruppe steht im engen Kontakt mit den Diakonie Werkstätten kreuznacher diakonie in Bad Sobernheim, einer Werkstatt für behinderte Menschen. Diese bietet den Menschen mit PWS einen nach den individuellen Stärken und Fähigkeiten ausgerichteten Arbeitsplatz sowie eine PWS-gerechte Betreuung an.

Ausführliche Informationen über das PWS-Beratungszentrum entnehmen sie bitte der Rubrik „Beratung und Hilfe“ dieser Internetseite!

Kontakt:
Kompetenzzentrum für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom
Pfarrer-Reich-Straße 7
55566 Bad Sobernheim
PWS-Beratungszentrum
Laura Wilhelm
Psychologin (B.Sc.), Dipl.  Sozialpädagogin
Tel.: 06751/ 85 39 – 219
Fax.: 06751/ 85 39 290
E-Mail: laura.wilhelm@kreuznacherdiakonie.de

Zurück zu Wohnheime