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Andreas
Im April 1997 haben wir unsere Wunschkinder, Andreas und Heiko, bekommen.
Leider fiel Andreas sofort den Ärzten auf. Er war schlapp und konnte
nicht alleine trinken, so daß er eine Magensonde erhielt. Desweiteren
war der Genitalbereich nicht ausgebildet.
Zuerst wurden wir beruhigt. Die Ärzte sagten uns, daß es
mit der Geburt zusammenhängen würde. Nach 1 Woche jedoch stand
fest, daß es das nicht war. So begann die Suche. Gleichzeitig
begann eine Krankengymnastin des Krankenhauses Kemperhof, wo die Zwillinge
auch geboren wurden, mit der Voijta Therapie. Sie brachte Andreas auch
dazu, daß der Schluckreflex ausgebildet wurde, so daß er
begann zu schlucken. Die Muskulatur sprach durch die Therapie an.
Heute, drei Monate später, trinkt er sein Fläschchen allein
und hebt die Beine schön. Ab und zu kommen die Ärmchen schon
dazu und ein Lächeln. Wir freuen uns bei Andreas über jeden
noch so kleinen Fortschritt, seitdem die Ärzte uns mitteilten (16.06.1997),
daß sich leider ihr Verdacht bestätigt hat. Andreas hat das
Prader-Willi-Syndrom. Die Ärzte gaben sich viel Mühe, in einem
ausführlichen Gespräch uns über die Krankheit und den
Verlauf aufzuklären. Man riet uns, erst nach 1 Jahr der Selbsthilfegruppe
beizutreten, um uns langsam mit dem Gedanken vertraut zu machen, ein
krankes Kind zu haben.
Wir haben uns aber anders entschieden, da wir Kontakt zu einer Koblenzer
Familie mit einer 2jährigen Tochter, welche auch das PWS hat, aufnahmen.
Es ist besser zu spüren, nicht allein das Problem zu haben, da
die Behörden derzeitig jegliche Hilfe ablehnen. Der Standardsatz
lautet: "Es wird schon nicht so schlimm werden."
Heiko, der Zwillingsbruder von Andreas, entwickelt sich wie jedes Neugeborene
in seinem Alter. Einen Bluttest lehnten wir daher ab. Erst, wenn sich
eventuell Verdachtsmomente zeigen, wollen wir ihn durchführen lassen.
Nervlich würde ich, als Mutter, die Wartezeit bis das Ergebnis
feststeht, nicht noch einmal durchstehen.
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